KEVIN JOHANSEN
„Mixture is the future“, sagt Kevin Johansen gerne. Für den Sänger/Songschreiber, der in Argentinien lebt und in Alaska geboren wurde, ist “mixture” nicht nur Zukunft, sondern auch Gegenwart: Er ist ein lateinamerikanischer Musiker mit einem Fuß in Nordamerika. Oder: Ein nordamerikanischer Musiker mit einem Fuß in Latein- bzw. Südamerika. Er betreibt einen geschmeidigen Stilmix und kombiniert auf raffinierte Weise Englisch und Spanisch: „Für mich sind Englisch und Spanisch eine einzige Sprache. Mal kommt das raus, mal das.“ Das Multitalent wurde hochgelobt, mit einer Menge Awards ausgezeichnet und es flammte ein Kult um ihn auf. Sollte man diesen jeder Schublade trotzenden Mann um jeden Preis kategorisieren wollen, schlägt Johansen selbst vor, ihn mit „entartet“ zu beschreiben. Hört man jedoch in sein Europa-Debüt „City Zen“ rein, verschwindet das Bedürfnis nach Kategorisierung aber sofort.
City Zen
- Kevin Johansen
- Wrass 179
- Harmonia Mundi
Johansen hat „City Zen“ in den Studios des argentinischen Rockers Leon Gieco aufgenommen, der auch als Gast auf dem Album erscheint. Johansen wurde von der Band „The Nada“ gekonnt unterstützt. Zu „The Nada“ gehören der Flötist Andres „Cayo“ Reboratti, der Bassist und Sänger Juan Alvarez und der 65-jährige Drummer „Zurdo“ Enrique Roizner, ein Veteran der Sessions mit Piazolla und Vinicius De Moraes. Auf seinem Album wechselt Johansen mühelos zwischen Englisch und Spanisch, seine Stimme wandert von einem satten Bariton bis in Hindi-ähnliche Höhen. Johansen führt seine Musiker durch von up-tempo Tango-Balladen bis hin zu Jams mit Drums und Flöte.