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HOLLY WILLIAMS

Zufällig kommt Holly Williams aus Nashville. Dorthin ist sie nicht mit einer Gitarre und einem one-way Greyhound-Ticket gekommen, sondern sie ist dort aufgewachsen. Siebzehn Jahre lang interessierte sie das Green Hills Einkaufszentrum mehr als das legendäre Bluebird Café gleich um die Ecke. Und ihre Familie? Man lasse sich ihren Nachnamen auf der Zunge zergehen, und man denke an „Nashville“. Oh ja, die Familie Williams. Es stimmt: Hank ist ihr Großvater, Hank Junior ist ihr Vater, Hank III ihr Halbbruder... Aber das spielt eigentlich auch keine Rolle.

The Ones We Never Knew

Mit ihrem Debütalbum „The Ones We Never Knew“ zeichnet Holly Williams filigrane Bilder: Der Atem des Geliebten („Velvet Sounds“), unerreichbare Wünsche („Sometimes“), die Suche nach Stärke („All As It Should Be“), die Hilflosigkeit angesichts des Leids eines Anderen („Would You Still Have Fallen“), die Fähigkeit alles und jeden zu beurteilen außer sich selbst („Everybody’s Waiting For A Change“), und das Bedauern über die Wunden derer die sie geliebt hat („I’ll Only Break Your Heart“, „Cheap Parades“)...


Dieses Album ist Holly Williams pur: Von den zarten Momenten mit Sologitarre oder Gesang bis zu den mitreißenden Crescendos von Rhythmus und Streichern. „The Ones We Never Knew“ ist ein Statement, auf das jeder Singer/Songwriter stolz sein würde. Nichts daran ist maßlos: Jedes Wort ist sorgfältig gewählt, jeder Satz wohlgeformt, jede Emotion mit einer minimalen, eleganten Geste versehen. Im Laufe der CD wird sie präsenter und präsenter, als ob sie wirklich den Raum betreten würde. Und wenn der letzte Track zu Ende geht, vergeht ihre Anwesenheit, als ob ihre Aufrichtigkeit und Poesie wie der Duft eines Parfüms in der Luft verfliegen.