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RIM BANNA

Als Erik Hillestad, renommierter Produzent des Osloer Labels Kirkelig Kulturverksted, für sein Album "Lullabies From The Axis Of Evil" Ende 2002 durch den Nahen Osten zu reisen begann, war eine seiner ersten Stationen Palästina. Der Direktor der Musikhochschule von Jerusalem hatte ihn durch die Hügel Galiläas kutschiert, um ihn mit einer jungen Sängerin bekannt zu machen. Oben auf den Hügeln von Nazareth traf er so erstmals auf Rim Banna. Nachdem er seine Mikrofone aufgebaut hatte, setzte sie zu einem A-Cappella-Song an, der Hillestad sofort zu Tränen rührte. Ein bewegendes Meeting, aus dem nun schließlich auf norwegischem Boden ein wunderbares Soloalbum erwuchs.

The Mirrors Of My Soul

"Als eine palästinensische Musikerin hast Du es schwer, international bekannt zu werden", so Rim Bannas Einschätzung. "Wir haben kein Netz von Plattenfirmen oder gute Studios. Ich bin darauf angewiesen, meine CDs durchs Internet zu vertreiben oder auf Konzerten zu verkaufen." Erstmals ertönt ihre Stimme nun für ein internationales Publikum. "Mirrors Of My Soul" geleitet palästinensische Folksongs ins 21. Jahrhundert, gibt Versen der Dichter Tawfik Zayyad und Zuhaira Sabbagh ein Kleid aus Klängen. Neckische Reime aus der ländlichen Tradition werden in rockige Riffs gesetzt, duftende Naturlyrik wechselt sich mit schmerzlichen Widmungen an die Opfer des Nahost-Konflikts ab. Und eine unpathetische Hymne an die Seele Yassir Arafats hat man als Finale ausgesucht. Für die einfühlsame Gestaltung der Klangszenarien sorgen außer Banna und Alexeienko vier norwegische Sessionmusiker der ersten Liga, die für Landsleute wie Kari Bremnes, Nils Petter Molvær oder Bugge Wesseltoft im Studio wirkten. Unter ihnen auch der E-Gitarrist Eivind Aarset, der immer wieder singende Linien in die ruhigeren Stücke zaubert.