ASA
Nigeria ist bekannt als die Heimstatt des Afrobeats, jenes pumpend-schweißtreibenden Tanzes, den Fela Kuti und Nachfolger um die Welt getragen haben. Doch eine Tochter der Hauptstadt Lagos trifft uns dieser Tage mit ganz anders gearteten Klängen, die wir nur als unerwartetes Wunder bezeichnen können. Der „kleine Falke“ Asa (sprich: „aascha“) hat ihn von Westafrika nach Paris hinübergetragen, um ihn nun der ganzen Welt zu präsentieren. Auf ihrem Debüt kreiert die junge Frau einen Sound, der uns an India.Arie und Erykah Badu erinnert, dabei mit seinem Engagement klar in der Tradition von Marley und Marvin steht. Und doch eine ganz eigene, starke Persönlichkeit reflektiert.
ASA
- ASA
- WN145126
- Indigo
MTV wählt sie als Botschafterin für Südafrika aus. Und schließlich steht die junge Frau als Opener für die erste Liga der Black Music auf den Brettern, für John Legend, Snoop Dogg und gar Beyoncé.
Genau der richtige Zeitpunkt, um ihr Debütalbum in Angriff zu nehmen. Unter der Ägide von Cobhams Asuquo entstand ein bezwingendes Album, in dem sich das Beste aus vielen Disziplinen zu einer eleganten Klangsprache verknüpft, einprägsam, dabei trotzdem mit eckigen Twists und engagierten Zwischentönen. Asas außergewöhnliche Stimme residiert im Zentrum, zuweilen mit luftig-leichter Ohrwurmbrise, mit souligem Vibrato in den inspirierten Phrasen, dann wieder mit feiner, widerborstiger Ironie.
Das Setting offenbart viele Facetten: Einmal mit einem karibischen Reggae-Touch, dann leicht nostalgisch mit dezenter Funk-Orgel, schließlich mit angenehm fließender Textur dank Streichorchester. Und in den Reihen der prächtig eingespielten Studioband findet sich gar die unverwechselbare Flöte von Magic Malik. Die Lyrics sind nicht von Pappe: Da werden die Formen moderner Sklaverei angegangen oder eine von Ignoranz und Gleichgültigkeit durchzogene Welt, dann erschallt eine rührende Ballade mit Widmung an die Friedenstaube und schließlich gar ein zärtliches Preislied für die Mutter. Ein derart natürliches, leichtfüßiges und doch stolzes und kraftgeladenes Debüt voller ‚Spirit’ hat man in der Black Music in den letzten Jahren selten vernommen.